Between the Beats Festival 2018

FR 23.03.2018 |  20 Uhr

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Between the Beats Festival 2018

Mit Judith Holofernes, Maeckes, Neufundland, Ten Fé, Gurr u. a.

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Vor wenigen Jahren, als die in Tel Aviv ansässige Elektro-Band Garden City Movement (23.03., 20 Uhr) ihre Debüt-EP „Entertainment“ veröffentlichte, hat niemand mit dem Hype gerechnet, den das Trio lostreten würde. Mit Support-Slots für SOHN und Alt-J und Auftritten u. a. bei Primavera und Glastonbury machten sie auf sich aufmerksam. Pitchfork, Stereogum, Fact – jeder war begeistert von ihren hypnotischen, Dancefloor-gerichteten Beats, den verflochtenen Vocals und ihren aufwendig gestalteten, hinreißenden Stimmungen, ihren funkigen Synth-Basslines, den groovenden Gitarren und dieser Lässigkeit der 80er-Jahre, die Garden City Movement so einwandfrei transportieren. 2018 könnte ein großes Jahr für die Band werden, denn wenige Tage vor dem Between the Beats Festival wird sie ihr erstes Album veröffentlichen.

Neufundland (23.03., 20.55 Uhr) feiern das Unfertige, das Unperfekte. Das im Herbst 2017 endlich veröffentlichte Debütalbum „Wir werden niemals fertig sein“ ist eine Verneigung vor dem unangepassten Leben, in all seinen Facetten und Formen, mit all seinen Unsicherheiten, Unzulänglichkeiten und Lebenslügen. Neufundland machen nachdenklichen krachenden Indie-Rock, der sich nicht am Puls der Zeit bewegt, sondern abarbeitet. Dass das nicht nur auf dem Papier Sinn macht, sondern auch live überzeugt, konnte die Band aus Köln bereits auf etlichen Festivals und Shows mit Bands wie OK Kid oder Von Wegen Lisbeth, die 2016 bzw. 2017 ebenfalls schon beim Between the Beats aufgetreten sind, unter Beweis stellen.

Gurr (23.03., 22.05 Uhr) sind eine faszinierende Band mit einem unwiderstehlichen Mix aus fuzzigen Gitarren, Pop-Refrains und Garage-Sound, gepaart mit einer Prise Kalifornien. Seit der Veröffentlichung ihres gefeierten Debütalbums „In My Head“ 2016 haben die Berliner Mittzwanzigerinnen und besten Freundinnen Laura Lee und Andreya Casablanca die Welt im Sturm erobert. Mit ihrer wilden Rock’n’Roll-Live-Show begeisterten Gurr schon europaweit und spielten ausverkaufte Konzerte in UK und Deutschland. 2017 wurde die Band von der BBC nach London eingeladen, um eine Session aufzunehmen. Der Guardian schrieb dazu „Fizzing joy of indie as it used to be“.

Judith Holofernes‘ (23.03., 23.15 Uhr) aktuelle Solo-Musik bewegt sich rasant zwischen sehr unterhaltsam und sehr traurig. Mit ihrer ersten Platte „Ein leichtes Schwert“, die 2014 erschien, zog sie auch erstmals ohne ihre Mitstreiter von Wir Sind Helden in die Welt hinaus. Der Nachfolger „Ich bin das Chaos“ (2017) schließt in seiner Spielfreude klar an das „zerzauste Debüt“ an, mit wilden Einflüssen zwischen Nick Cave, dem frühen Bowie oder Marvin Gaye und Cyndi Lauper. Eine Handvoll melancholische Stücke bilden das dunkle Herz einer ansonsten hellen, zugewandten, offenherzigen Platte. „Wir sind doch alle verliebt ins Chaos, mit mehr oder weniger Sicherheitsabstand. Natürlich fürchten wir es auch, und wehren uns. Das ganze Leiden und Feilschen, all die ungeschickten Versuche, das Chaos zu beherrschen – das rührt mich, und gleichzeitig finde ich es wahnsinnig komisch“, sagt die Berlinerin.

Ben Moorhouse und Leo Duncan sind die Köpfe hinter Ten Fé (24.03., 20 Uhr). Für die Produktion ihres ersten Albums „Hit The Light“ (2017) verschlug es die beiden Londoner nach Berlin, was auch an ihrem Produzenten Ewan Pearson (u. a. Jagwar Ma, M83, The Rapture) lag. Damit wurden die richtigen Weichen gestellt, denn dass diese beiden musikalischen Pole für ein Spannungsfeld sorgen, in dem die vorher geschriebenen Songs ihre eigene Ästhetik entfalten konnten, war nun garantiert. Das Ergebnis überraschte insofern, als dass man die Musik nun weder unbedingt als Elektro-Pop noch als Indie- oder Soft-Rock einordnen wird. Blickt man auf musikalische Vergleiche in der Presse – die Auswahl reicht von Fleetwood Mac, Phoenix, Bruce Springsteen, The War On Drugs bis hin zu Primal Scream – so wird klar, dass diese Spannweite die zahlreichen Eindrücke beschreibt, die man beim Hören von Ten Fé gewinnt.

Maeckes (24.03., 21.20 Uhr) existiert nicht. Er ist keiner und doch viele. Anfangs zu zweit als Maeckes und Plan B, später allein an der Gitarre und dann natürlich noch als Teil der ersten, realen Boyband – Die Orsons. Der Kosmos um den Rapper war schon immer sehr verschleiert. Oftmals von Um- und Irrwegen geprägt, Graustufenregenbögen, einer Traurigkeit und der bewusst komplizierten Lösung. Maeckes hat bei all seinen bisherigen Releases ein sprachliches Labyrinth um sich herum gebaut. In dieser Labyrinth-Welt hatte er schon immer seine Hörer, trotzdem hat er sie selten an sich herangelassen. Sein aktuelles Album „Tilt“ beinhaltet nun den Schlüssel zu seiner Welt. Es ist der Zugangscode zu Maeckes und außerdem das erste Maeckes-Band-Album. Kompliziert, verschroben, ironisch, zynisch und herzergreifend als Faust geballt und mitten ins Gesicht. Wie seine Live-Show, die mit seiner Band Die Katastrophen einem Nasenbruch gleichkommt, den man so schnell nicht vergisst.

Brothers of Santa Claus (24.03., 23.15 Uhr) sind eine der vielversprechendsten Bands aus dem deutschsprachigen Raum. Ungeschminkte Musik mit einer ordentlichen Portion gradliniger und ausdrucksvoller Leidenschaft. Nach dem außergewöhnlichen Erfolg ihres 2014 erschienen Debütalbums „Navigation“, legten die Brothers of Santa Claus 2017 mit ihrer zweiten Platte „Not OK“ nach. War das Erstlingswerk noch eine Mischung aus Indie-Pop und akustischen Singer/Songwriter-Balladen, kommt „Not OK“ reifer, rockiger und hier und da mit einem Hauch Synth-Pop daher. Zwar ist die elektronische Note neu, die immer wieder den mal klaren, mal verzerrten Sound der Band durchbricht, Zartheit und Wahnsinn, Chaos und Ordnung waren jedoch schon immer Pole, zwischen denen die Brothers of Santa Claus anzusiedeln sind.

Keine tiefgründige Poesie, sondern eine Lebenseinstellung: Scheiß auf die Kunst. Hauptsache Tanzen. Fuck Art, Let’s Dance! (24.03., im Anschluss) haben von jedem die Schnauze voll – bis auf ihre Mütter vielleicht. Das sind nicht mehr die vier netten Jungs von der Schulbank. Das, was die Hamburger Band umtreibt, ist Post-Bedroom-Kellerwave, der ihrer Verachtung für Konventionen Ausdruck verleiht. Ein Sound mit dem konstanten Drang, sein Publikum und sich selbst loszureißen. Wenn man Fuck Art, Let’s Dance! live sieht, wird man zu einem Teil von ihnen, denn ihre Bewegungen werden eure Bewegungen, ihr Enthusiasmus euer Enthusiasmus, ihre Ekstase eure Ekstase. Befreiender kann ein Konzert nicht sein.

Hauptsponsoren: Lotto BW | NaturEnergie

Altes Wasserwerk-Sponsor: expert Villringer

Das Line-Up im Überblick:
Tag 1, Freitag, 23.03.18
Burghof Lörrach | 20.00 Uhr | Garden City Movement
Burghof Lörrach | 20.55 Uhr | Neufundland
Burghof Lörrach | 22.05 Uhr | Gurr
Burghof Lörrach | 23.15 Uhr | Judith Holofernes
Tickets für € 29

Tag 2, Samstag, 24.03.18
Burghof Lörrach | 20.00 Uhr | Ten Fé
Burghof Lörrach | 21.20 Uhr | Maeckes & Die Katastrophen
Altes Wasserwerk | 23.15 Uhr | Brothers of Santa Claus
Altes Wasserwerk | im Anschluss | Fuck Art, Let’s Dance!
Tickets für € 23 (nur Burghof)€ 29 (Burghof + Altes Wasserwerk) und € 10 (nur Altes Wasserwerk)

Alle Konzerte: 2-Tages-Tickets € 53

Judith Holofernes © Marco Sensche

Judith Holofernes

Maeckes © Nico Wöhrle

Maeckes

Neufundland © Stefan Braunbarth

Neufundland

Ten Fé

Ten Fé

Gurr

Gurr

Garden City Movement

Garden City Movement

FR 23.03.2018 | 20 Uhr | € 29/53 (2-Tages-Ticket)

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SA 24.03.2018 | 20 Uhr | € 23 (nur Burghof)/29 (Burghof + SAK)/53 (2-Tages-Ticket)

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